Home Einführungswerke Nachschlagewerke Judaistik in Freiburg Tipps Spiele Links


Philo-Lexikon. Handbuch des jüdischen Wissens. Berlin: Philo-Verlag, 1935; (Neudr. im Jüdischen Verlag Suhrkamp, € 19.90) [Link zum UB-Kat.]

Im Philo-Lexikon werden kurz und präzise Grundbegriffe dargestellt, die das Judentum betreffen. Der immer wieder aufgelegte, unveränderte dritte Nachdruck der 1935 erstmals im Philo-Verlag erschienenen Ausgabe erläutert in alphabetischer Reihenfolge sach-, wie auch personbezogene Definitionen aus den Bereichen Religion, Geschichte oder Kultur. Zusätzlich zu den einzelnen kleinen Textabschnitten der Begriffe enthält das Lexikon auch zahlreiche Abbildungen und, natürlich nicht mehr aktuelle, Tabellen, beispielsweise von Adressen jüdischer Organisationen in Deutschland. Herausgeber sind u.a. die bedeutenden Autoren Emanuel bin Gorion und Hans (später John F.) Oppenheimer. (Beide genannten Verfasser haben es nach ihrem Überleben des Zweiten Weltkrieges zudem „als Ehrenpflicht empfunden“, mit dem 1967 im Bertelsmann Verlag erschienenen „Lexikon des Judentums“ die Tradition des Philo-Lexikons weiter zu führen, „den heutigen Leser (...) aufs neue über das Judentum zu unterrichten“).

Interessant ist vor allem, dass auch Erläuterungen zu antisemitischen Elementen nicht außer Acht gelassen wurden. Man führte sie eher wie selbstverständlich auf. So ist unter dem Stichwort „Karikaturen von Juden“ eine Chronologie der judenfeindlichen Karikaturen bis in die Zwischenkriegszeit zu finden. Zwar umfasst das Philo-Lexikon lediglich Wissen und Stichwörter über das Judentum bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, doch dies macht es nicht weniger nützlich, um einen ersten Einblick in das Judentum und seine speziellen Termini zu erhalten. Vielleicht ist es gerade jener Aspekt, welcher den Charme dieses Lexikons ausmacht. Die LeserInnen nehmen während der Lektüre eine andere, nähere Position zu den Ereignissen der frühen 30er Jahre ein. So sind ebenso die „Arier- und Judengesetzgebung“, wie auch die „Arische Abstammung“ Begriffe, welche in ihrer Sachlichkeit dem früheren Rezepienten mit einer aus heutiger Sicht geradezu tragischen Neutralität dargelegt wurden.

Für die Arbeit während des Judaistikstudiums eignet sich das Werk aufgrund seiner mangelnden Aktualität nur bedingt. Jedoch kann man sich auf die Korrektheit der unveränderlichen Informationen verlassen und diese für die eigene Arbeit nutzen.


Nützlichkeit f. StudienanfängerInnen

 



Michaela Roßberg

Impressum (c) Noa